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17.12.2013 14:22
Wirtschaft

Leidenschaft Bananenbrot



Traditionsbäckerei trifft auf Start-up: be bananas vertreibt sein Bananenbrot unter anderem in den Filialen der Bäckerei Schüren
Neben Berlin hat auch Düsseldorf mittlerweile eine lebendige Start-up-Szene. Die beiden Düsseldorfer BWL-Studenten Lars Peters und Tim Gudelj gehören als Jungunternehmer dazu. Sie wollen Bananenbrot an den Mann bringen und dabei noch etwas für die Umwelt tun.

Zehn Uhr morgens auf dem Campus der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität. Der 25-jährige Lars Peters kommt gerade aus einer wirtschaftswissenschaftlichen Vorlesung. Mit seinem Vollbart und der Röhrenjeans setzt er sich von den meisten seiner BWL-Kommilitonen ab. Draußen pfeift der Wind in der eisigen Dezemberluft und wirbelt das letzte noch liegen gebliebene Herbstlaub umher. Lars hält kurz inne, mümmelt sich noch ein wenig tiefer in seinen Kapuzenmantel, dann macht er sich auf den Weg zu seinem moosgrünen VW Polo. Während die meisten anderen Studenten gerade zur nächsten Vorlesung schlendern, beginnt für ihn jetzt sein Arbeitstag als Jungunternehmer. Er und sein Freund Tim Gudelj haben in diesem Jahr be bananas gegründet, um Bananenbrote zu verkaufen.  

Wie jeden Donnerstag fährt Lars zunächst nach Hilden. Hier nämlich befindet sich die Öko-Bäckerei Schüren, wo er und Tim ihre Bananenbrote montags und mittwochs produzieren lassen. Mit dem Inhaber der rheinländischen Traditionsbäckerei, Roland Schüren, haben sie sich direkt auf eine Zusammenarbeit verständigen können. „Er war sofort von unseren Bananenbroten überzeugt“, erzählt Lars. 

Angefangen hat aber alles vor einem Jahr in einer Filiale von McDonald’s in Sydney, wo Lars und Tim ein ‚Work and Travel’-Jahr begonnen hatten. Hier probierten sie eine Spezialität, die es in keinem deutschen Restaurant der Fastfood-Kette gibt, aber überall in Australien: banana bread, Bananenbrot – eine Art Kuchen, klebrig und saftig, mit einem vereinnahmenden Bananenaroma. Das Brot gibt es in unzähligen Sorten, etwa mit Himbeeren, Schokoladensplittern oder Walnüssen versetzt. Bereits nach dem ersten Bissen waren Lars und Tim überzeugte Fans der exotischen Köstlichkeit. Die Geschäftsidee war geboren.

Bevor Schüren die Bananenbrote backen kann, muss Lars noch die wichtigste Zutat besorgen: die Bananen – sie machen 50 Prozent der Grundmasse aus. Also wechselt er seinen VW Polo gegen einen Kleintransporter der Bäckerei. Sein Ziel ist der Obst- und Gemüse-Großhändler Univeg im Duisburger Binnenhafen. 

Dort angekommen schreitet er durch die kühlen Hallen des Großhandels und hält Ausschau nach geeigneten Bananen. „Für unsere Bananenbrote brauchen wir vor allem reifere Bananen, denn nur so kann sich ihr Aroma voll entfalten“, so Lars. Er nimmt aber auch Bananen mit kleinen Druckstellen, die vom Handel ebenfalls nicht erwünscht sind und normalerweise entsorgt werden. „Das ist unser Beitrag im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens.“ 

Lars kauft 700 Kilogramm Bananen, der Transporter ist mit 30 Kisten bis zur Decke vollgestellt. Auf dem Rückweg zur Bäckerei Schüren breitet sich der süßliche Duft der Bananen im Transporter immer weiter aus. 

Lars erinnert sich zurück. Voller Enthusiasmus hatten er und Tim damals ihre Australienreise vorzeitig abgebrochen, um ihre Geschäftsidee in Deutschland zu verwirklichen. Zwei Wochen und 50 Mal Probebacken später einigten sie sich auf ein Rezept.

Ursprünglich wollten Lars und Tim die Bananenbrote in ihrem eigenen Laden verkaufen. Weil ihnen das Startkapital dazu fehlte, verhandelten sie bis Juli mit potentiellen Sponsoren. Aber am Ende war ihnen die geschäftliche Unabhängigkeit von be bananas wichtiger als der eigene Laden. 

Sie überzeugten stattdessen andere Geschäfte davon, die Bananenbrote in ihr Angebot aufzunehmen. Neben Schüren klopften sie auch bei der Café-Kette Woyton, der Milchbar Yomaro und einem Weinkontor am Düsseldorfer Carlsplatz an. Zusätzlich vertreiben sie das Brot online. 

Das Geschäft läuft zwar gut. Denn während sie im gesamten September gerade einmal vier Bananenebrote verkauften, sind es mittlerweile bereits um die 700 Stück pro Woche. Doch noch müssen Lars und Tim Nebenjobs nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu beschreiten. So fängt für Lars auch am heutigen Tag gleich die nächste Schicht als Servicekraft in der Milchbar Yomaro an, in der es sein Bananenbrot zu kaufen gibt. 

Für die Zukunft wünscht er sich, dass er von be bananas leben kann und „keine Banane mehr verschwendet wird.“ 



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Beitrag eingestellt von
aus Düsseldorf
am 17.12.2013

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Herzlichst, Julian Kerkhoff


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